Irgendwie hab ich mich daran gewöhnt, dass es kalt ist.
Ich freue mich mittlerweile sogar auf 18°C auf dem Termometer.
Und darum sogar darauf, dass ich jetzt meinen senfgelben Pulli tragen kann und Overknees, meinen Fellkragen, endlich wieder Hüte, Endlos-Schals und Lederjacken ...
Ich freue mich auf gute Tees mit nem Schuss Rum, auf Bücher, Glögg-Abende mit meiner Liebsten und Kissen-Shopping bei IKEA.
Ich mag den Herbst nicht, eigentlich verachte ich ihn - aber was er so mitbringt, das macht ihn erträglicher.
Der Blick stumpf.
Die Glieder schwer.
70km in die falsche Richtung fahren.
Durch die Straßen irren.
Nicht weiter wissen.
Wieder einsteigen.
Weiterfahren. Weitermachen.
Und dann doch ankommen - ganz plötzlich.
Als nämlich auf unserem Weg nichts mehr zu finden war, da kamen wir davon ab,
ließen uns nach links und recht treiben, hielten einfach an und fanden, wonach wir wirklich gesucht hatten.
Den perfekten Sonnenuntergang, warme, laue Luft und ganz viel Liebe im Kopf.
Danke, für diesen wunderschönen Tag - ich vermisse dich jetzt schon.
Manchmal hätte ich gern ne Auszeit.
So eine richtige. Keine, bei der man nur kurz verschnauft, einen Schluck Wasser trinkt und dann weitermacht.
Ich möchte alles was ist, was war - Erinnerungen, Fakten und vor allem die ganzen unterschwelligen Emotionen wie Wut und Ablehnung einfrieren.
Mit dir hier sitzen und für einige Zeit, wirklich so tun können, als wäre alles wie früher.
Als könnte ich dich noch jeden Abend wie vor 1 Jahr mit einem Drink in der Hand vorm Schlafen gehen anrufen und über Utopien und Gedankenwirrarr stundenlang quatschen, bis wir beide in jeweils 3h eigentlich wieder aufstehen müssen.
Als wäre es völlig normal von schlechten Partys mit dir zu flüchten und nachts Berlins Straßen nach guten Spätis abzusuchen.
Ich weiß, dass es der falsche Weg ist, zurück zu gehen, wenn du gerade das erste Mal dabei bist, etwas wirklich hinter dir zu lassen, um gestärkt daraus hervorzugehen. Aber manchmal, da würde ich gern zur Seite gucken, dieses ganzen Bewältigungsmist, die Wut und Enttäuschung verrauchen lassen und mir ne Pizza mit dir bestellen. 2 Stunden reden. Fern ab von der Realität und der ganzen Welt da draußen.
Danach könnte jeder aufstehen und wieder in seine Richtung weitergehen, weitermachen mit was auch immer, er gerade beschäftigt ist, als wäre das nie passiert, als wäre es eine Illusion, die in der Wirklichkeit einfach keinen Platz hätte, weil es in der Wirklichkeit keinen Platz gibt für so verkorkste Dinge, wie ein "uns" gibt.
Endlich haben mein Freund ich unseren Urlaub gebucht. Nachdem ich wochenlang bis in die Nächte Reiseführer gewälzt habe, mit euch und vielen anderen über Vor- und Nachteile diskutiert habe und schon kurz davor war einfach nur nach Mallorca zu fliegen , ist der Traum wahr geworden - ein griechischer, der auf den Namen "KOS" hört. Ein bisschen mehr als eine Woche kann ich antike Gymnasien, Thermalbäder und Amphitheater besuchen, Moussaka essen und guten Wein genießen, mit Booten, zu Fuß oder dem offenen Jeep die Insel erkunden ... wäre da nicht - die äußerst "aufmerksame" deutsche Bürokratie.
Aber Moment. Eine kleine Rückblende.
Vor 4 Tagen fand ich durch Zufall beim Aufräumen die Kopie meines Passes und entdeckte zusätzlich etwas Unschönes.
Er war abgelaufen.
Nicht in naher Zukunft oder seit Kurzem - sondern schon seit gut 1,5 Jahren.
Nicht nur mir war bisher nicht aufgefallen, dass das gute Stück seit 10.01.2010 seine Wertigkeit verloren hatte, denn als ich am 18.08.2010 Urlaub in Ägypten machte, sowohl beim Hin als auch beim Rückflug mehrfach durch den Zoll und die Passkontrolle musste, mein Visum bei der Botschaft beantragte und auch im Flugzeug nach meinem Pass gefragt wurde, als ich via Duty Free einkaufte - fiel niemandem der über 22 Befugten und Beamten auf, dass mein rotes Büchlein schon gar nicht mehr gültig war.
Damit nicht genug. Erst im Februar besuchte ich Freunde in London und Brighton, flog wieder mit meinem Pass, kaufte sogar in großen Mengen beim Duty Free ein - wurde wieder x-mal kontrolliert und dennoch - die Ungültigkeit meines Passes blieb ungeachtet.
Die Unachtsamkeit muss jetzt natürlich nachgeholt werden. Wer denkt bei den Behörden schmunzelte man über diese Geschichte und auch die eigenen Fehler, der fehlt weit. Völlig zu Recht muss ich natürlich sogar Strafe zahlen, dass ich nun seit über einem Jahr kein gültiges Dokument mit mir führe (Mein Ausweis ging vor gut 2 Jahren in London verloren, da ich ja aber noch einen gültigen Pass hatte, beantragte ich erstmal keinen neuen - kostet ja auch, nech) - und ob ich bis KOS einen Pass kriege oder alles abblasen darf - steht auch noch in den Sternen....
Zur Besänftigung meiner Selbst hier ein paar Fotos aus glücklichen Tagen, mit abgelaufenem Pass, in Ägypten.