2/07/2012

HOW DO YOU TELL ABOUT A NOT-BROKEN BROKEN HEART?

"Mostly I'm sorry, that you gave up on us - when I never did"

Ich liege unter einer Wolldecke, friere, öffne die Augen und starre die Wand vor mir an.
Ich wache ohne das Sonnenlicht auf, dass für einen Bilderbuch-Sonntag durch das Fenster scheinen müsste.
Und ohne Kopfschmerzen –  dafür mit pochendem Herzen.
Und Make-Up-Spuren auf dem Kopfkissen.
Ich muss mich nicht erst sortieren, muss nicht warten, bis mein Blick sich klärt und ich mich erinnern kann.
Es ist sofort da. Allgegenwärtig. Als hätte ich gar nicht geschlafen.
Wir fühlt sich eigentlich ein gebrochenes Herz an, welches keines ist?
Vielleicht genau so.

Als ich ins Bett ging, pumpte nicht das Adrenalin durch meine Adern, welches ich früher spürte, wenn ich für einen Kleinstadt-Skandal gesorgt oder einen Showdown gefordert hatte.
Und trotzdem lag ich wach. Taub. Stumpf. 
Ich denke wieder und wieder und wieder an den gleichen einen Moment, der alles veränderte.

Es war kein Impuls gewesen, ausgelöst durch Vodka und hochgekochten Emotionen. Ich spürte nicht das Blut in meinem Kopf rauschen - ich nahm alles war.

In Zeitlupe.

Wie ich dort stand. Du an mir vorbeigingst. Und dann dieser Blick - der die Welt anhielt.
Ich atmete ein, schloss die Augen und wartete auf das Kribbeln in meiner Brust, dass Wut ankündigte.
Irgendein Gefühl. Ein starkes.

Doch alles blieb still. 

Ich dachte an den Nachmittag, diese Begegnung. Und wieder diesen Blick. Dachte an deine Versprechen. Dachte an diesen Schwur, der mich immer gehalten hatte und daran, wie du ihn nur Momente zuvor das unzähligste Mal gebrochen hattest.

Ich dachte an alles, was auf mich in den letzten Stunden auf mich eingeprasselt war, was ich nicht hatte glauben wollen und wofür mein Herz im Kampf gegen jeden Verstand verzweifelt nach Ausreden suchte, die ich mir solange einreden könnte, bis ich sie dann endlich glaubte.
Ich suchte nach Erklärungen, redete mir Missverständnisse ein – erfolglos.

Die Blick hielt nur einen einzigen Augenblick, aber in diesem Moment glaubte ich es, ich glaubte, was ich mir noch Stunden zuvor unentwegt hatte ausreden wollen.
Und das war alles was nötig war.
In diesem Moment verlor ich es, das Vertrauen.

Ich schob mich an Menschen vorbei, ich rannte nicht, ich war nicht außer Atem, mein Blick war klar, ich war klar.
Und dann stand ich vor dir. Sah dir direkt in die Augen und tat, wovor ich am meisten Angst hatte.
Ich entschied mich.
Ich wartete nicht, bis man mich verließ oder mir jede Wahl abnahm. Bis ich in aller Ruhe das Opfer sein konnte.
Bis alle Türen sich geschlossen hatten und ich zurückblieb.
Ich wartete nicht, dass jemand mich rettete oder mir den Weg vorgab.
Ich hatte keine Angst mehr geächtet zu werden für das was ich tat, auch wenn ich es nicht würde verhindern können.
Das erste Mal in meinem Leben.

Ich entschied mich. Gegen dich.

Als ich mich langsam aufrichte um einen Schluck Wasser zu trinken, fällt mein Blick auf das Kleid, dass achtlos auf dem Boden liegt. Es riecht nach Qualm und vergangener Nacht. 
Die meisten unerwarteten Sachen die auf einer Party nach 1 Uhr passieren, bereut man hinterher.
Heimliche Küsse, SMS, den letzten Drink, einen öffentlichen Streit, Tränen vor dem Mädchenklo.
Früher konnte ich einige Outfits nicht mehr anziehen, weil ich immer glaubte, würde ich sie verdrängen, entsorgen, weggeben, verblasste auch die Erinnerung und vieles würde ungeschehen.

Ich hasse es, dass ich dich nicht hassen kann, für all das, was du in mir kaputt gemacht hast.
Für all das, was an dir zerbrochen ist.
Und ich hasse es, dass du mich so einfach hassen kannst.

Das hier, verblasst nicht  -  esfühlt sich auch 12 Stunden später noch richtig an.
Nur jetzt - wo nichts im Schutz der Nacht versinken könnte - besonders hässlich.



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